Priester Cornell Stübing begann mit einem Stimmungsbild: „Ich freue mich, dass wir gemeinsam in diesem Kreis wieder Gottesdienst erleben dürfen. Ich habe euch lieben gelernt und ihr seid in der Gemeinde herzlich willkommen.“
In seiner Predigt stellte er zunächst die Frage: Regiert der Herr noch in deinem Herzen? Oder läuft der Tagesablauf ganz normal und du brauchst Gott gar nicht? Der Mensch käme sicherlich auch ohne Gott auf der Erde zurecht. Das ist aber nicht der Sinn unseres Glaubens. Unser Blick geht in die Zukunft, mit dem Bedürfnis, ewig bei Gott zu sein.
Dann ging Priester Stübing auf das vorgelesene Wort für diesen Gottesdienst ein; Lukas 15,18: „Ich will mich aufmachen und zu meinem Vater gehen und zu ihm sagen: Vater, ich habe gesündigt gegen den Himmel und vor dir.“ Hierbei beleuchtete er das Gleichnis vom verlorenen Sohn, der sich sein Erbe auszahlen ließ. Er ging in die Welt hinaus und wollte sein Leben genießen. Nach einer gewissen Zeit war der Sohn bettelarm, musste Schweine hüten, um zu überleben. Doch dann kehrte er reumütig zu seinem Vater zurück.
Haben nicht jugendliche Menschen auch solche Gedanken? Sie fühlen sich eingeengt, beobachtet, bevormundet, haben Sehnsucht nach der Ferne und möchten ihr eigenes Leben führen. Sie brechen den Kontakt zu den Eltern ab und nach einiger Zeit merken sie, dass alles doch anders ist, als man es gedacht hatte. Dann ist schon eine gewisse Angst im Herzen vorhanden, auf die Reaktion der Eltern, wenn man zurückkommt.
Wenn wir uns von Gott entfernt haben und mit demütigem Herzen zurückkommen, nimmt er uns wieder auf. Unser himmlischer Vater liebt uns, er vergibt uns und verwirft uns nicht. Er reicht uns seine Hand. Wenn wir schwach sind, stärkt er uns. Der verlorene Sohn zeigte Reue. Wir haben die Möglichkeit, in jedem Gottesdienst die Sündenvergebung anzunehmen. Aber wir müssen es auch wollen und erkennen, dass etwas nicht in Ordnung war.
Lasst uns die Gaben, die wir empfangen haben, in den Dienst des Herrn stellen. Lasst uns die Talente und Begabungen, welche uns Gott schenkt, mit den Mitmenschen teilen. Bereiten wir anderen eine Freude damit.
Nach dem Gottesdienst und einem gemeinsamen Erinnerungsfoto konnten die hörgeschädigten Geschwister noch Gemeinschaft bei einem Brunch pflegen.
Neuapostolische Kirche